Freitag, 13. April 2007
Donnerstag, 12. April 2007
Rückfahrt nach Tübingen
Wie schnell doch 3 1/2 Wochen vergehen können! Nachdem ich meinen Perugia-Aufenthalt bei meiner Kollegin der Italienredaktion noch um einen Tag verlängern konnte (ich hatte mir mein Abfahrtsdatum falsch gemerkt), ging es gestern mittag in strahlendem Sonnenschein zurück gen Tübingen. Alles begann mit dem Regionalzug von Perugia nach Florenz...
...in Florenz kam ich noch rechtzeitig an und entschied mich gegen meinen ursprünglichen Plan, in Restaurantbereich einen "Cappuccini orzo" zu trinken. Stattdessen kaufte ich mir die Süddeutsche Zeitung, setzte mich auf ein Gleis in die Sonne und knabberte beim Lesen leckere Barilla-Kekse.
Der supertolle Eurostar-Zug (das Pendant zum deutschen ICE) ließ dann aber leider noch 30 Minuten länger auf sich warten, was mich aufgrund des tollen Wetters nicht weiter störte - und weiter Zeitung las. Leider hatte sich die Verspätung in Mailand auf 65 Minuten vergrößert, was mich dann doch in die Bredullie brachte, immerhin sollte der Nachtzug nach Stutgart schon in etwa 7 Minuten fahren. Dummerweise war mein Platz zudem am Zugende, so dass ich den (Kopf-)Bahnhof Mailands runterhetzen musste, durch ein eilig wuselndes Italienervölkchen hindurch.
Zuletzt war es geschafft und ich konnte mich mit klopfenden Herzen in meinen reservierten (Sitz-)Platz fallen lassen. Der Zug war sehr viel voller als auf der Hinfahrt mitte März und auch mein Abteil füllte sich mit fünf laut schwätzenden Italienern, wobei meine Hoffnung, sie würden sicher noch innerhalb Italiens wieder aussteigen, sich nicht erfüllte. Auch nahmen sie keine Rücksicht auf den einsamen (nur flach) schlafenden deutschen Studenten.
Nachdem sie sich um 3 Uhr immer noch laut unterhielten (immerhin hatten sie das Licht im Abteil ausgemacht), stellte ich auf dem Weg zur Toilette fest, dass die meisten Abteile im Wagen (anders als bei der Abfahrt in Mailand) leer waren und ich hatte noch ein paar einigermaßen ruhige Stunden in einem eigenen Abteil. In Freiburg kam dann einer der Italiener in mein Abteil gestürmt, wohl weil er meinte, ich müsse vielleicht hier aussteigen. Immerhin haben sie sich dann doch noch um mich gesorgt...
Im Regionalexpress nach Tübingen durfte ich dann einen Sonnenaufgang über dem Neckartal beobachten, das noch von sanften Nebelschwaden verhangen war und das fast schon so in Blüte steht wie Umbrien.
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pikarl
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Mittwoch, 7. März 2007
Manchester Impressions
Gestern nacht kehrte ich mit viel Glück mit dem letzten Zug vom Stuttgarter Flughafen zurück nach Tübingen. Nachdem unser Flug schon beim Start 40 Minuten Verspätung hatte, machte ich mir kaum noch Hoffnungen, nicht die Nacht auf dem Flughafen verbringen zu müssen. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich a) die Zeit beim Warten auf die Koffer in der Flughafenhalle dazu nutzen konnte, einen eigenens dafür aufgestellten Bahnautomat zum Ticketkauf zu benutzen und b) mein Koffer als dritter das Band verließ. So kam ich erschöpft aber froh um 1.45 Uhr in Tübingen an. Hier fand ich es dann auch gar nicht mehr schlimm, meinen Koffer noch 45 Minuten nach Hause ziehen zu müssen. Immerhin musste ich nicht auf dem Flughafen übernachten.
Hier kommen noch ein paar Impressionen aus Manchester.
Soweit ich mich erinnere was das der Royal Court (kann mich täuschen).
Dagegen ist die Neue Aula in Tübingen nichts: Hauptgebäude einer der drei Unis in Manchester. In diesem Gebäudekomplex ist auch ein unieigenes Museum untergebracht. Böse Zungen von den anderen Unis behaupten, man beziehe auch die eigenen Profs aus dem Museum...
Dies ist Victoria Bath, ein altes Schwimmbad aus dem 19. Jahrhundert, ganz in der Nähe der Wohnung meiner Gastgeber. Das Gebäude ist dreigeteilt, nach Klassen sortiert. Hier noch schwach erkennbar ist das Schild "Females" über dem Eingang. Der nächst größere Eingang ist dann für die zweite Klasse und der mittige prunkvolle hohe Eingang für die Aristokratie. Das Bad wird heute nicht mehr als solches genutzt, soll aber restauriert werden.
Das ist ein Bild, das sich einem in Manchester oft zeigt. Die Innenstadt ist voll von alten prunkvollen Bauten aus dem 17./18. Jahrhundert. Viele von ihnen sind Warenhäuser, die während der herausragenden Rolle Manchester während der industriellen Revolution entstanden. Die gut situierte Bürgerschicht feierte ihren Erfolg (gut dokumentiert ist das im Industrial Museum, wie viele Museen in England Eintritt frei!). Diese alten Bauten treffen aber auf die Gebäude der Boomtown Manchester von heute und sind ohne größere architektonische Harmonisierungs daneben gesetzt worden.
Zuletzt ein Blick nach China Town. Hier gibt es in jedem Block (ohne Witz) zumindest einen kleinen asiatischen Supermarkt. Die Straßen sind hübsch geschmückt und ab und zu stehen irgendwelche Pavillions rum. Sieht also fast aus wie in China. Gell Hannah, Dominik? :-)
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pikarl
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Sonntag, 4. März 2007
Manchester Franchise
Nach 90 Minuten Flug landete ich am letzten Donnerstag in Manchester. Vorher hatte ich mich noch in absolutem geografischen wie demografischen Unwissen in der Wikipedia informiert: Im Norden Englands, etwa 3 Millionen Einwohner im Großraum, die Stadt ist im Kampf mit Birmingham um den zweiten Platz in England. Interessant. :-)
Da ich abends ankam, waren meine ersten Eindrücke der Stadt.. nicht wirklich düster. Wir machten uns auf Nahrungssuche auf in die Nachbarschaft meiner Gastgeber - und fanden an der "Currymeile" das Gesuchte: Es gab indischen Kebap. Die Straße war voll von bunter Straßenreklame vieler kleiner Geschäfte. Überhaupt ist das für mich eine Eigenheit englischer Geschäftsstraßen: Es gibt viel mehr sehr kleine Geschäfte, Pubs, Supermärkte mit sehr wenigen Quadratmetern, die oft das Straßenbild dominieren und eine einmalige individuelle Atmosphäre schaffen. Das heißt natürlich nicht, dass es die üblichen Ketten wie McDoof oder Subway nicht gibt - aber deren Dominanz in vielen Straßen ist meiner Ansicht nach geringer als in Deutschland.
Das andere Extrem englischer Einkaufskultur durfte ich gestern abend erleben: Wir bekamen kurz vor Mitternacht Hunger auf ein Abendbrot und machten uns mit dem Auto auf zu einem dieser überdimensionalen Supermärkte, die mit einem großen Schild "24 h" werben. Interessant war das Publikum um diese Uhrzeit. Ich hätte nur ein paar vereinzelte Studenten erwartet, die vergessen hatten etwas zu essen zu kaufen, aber die Altersstruktur der Einkaufenden war ziemlich homogen. Und vor allem war der Supermarkt (mit einer Myriade Regalen, mindestens auf fußballfeldgroßer Fläche) voll!
Die Kehrseite dieser 24 Stunden-Supermärkte offenbarte sich uns an der Kasse, da die Frau die uns an der Kasse bediente vom Alter her gut eine Mutter von mindestens zwei Kindern sein könnte, die den Job vielleicht nur macht, um ihre Familie durchzubringen, sie aber dabei total vernachlässigt.
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pikarl
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03:01
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Samstag, 3. März 2007
Abschiedsessen (pl.)
Nun endlich mit einiger Verspätung die Bilder von den Abschiedsessen unserer Auslandskorespondentin Christine im Gasthaus zum hungrigen Physiker und in der Rottenburger Creperie.







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scholli
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Montag, 19. Februar 2007
(Das) Leben in Tübingen
Ja, es gibt noch Leben in Tübingen. - Mit Christine ist am Samstagvormittag ein weiteres Mitglied unseres Physik-Jahrgangs ins Ausland abgefahren und es ist still geworden hier. Ich sitze gerade allein in unserem Wohnzimmer, durchs große Fenster flutet die warme (!) Februarsonne und ein wenig genieße ich die Stille sogar. Das hab ich mir auch verdient, nach den unzähligen Klausuren der letzten Wochen.
Aber es ist auch komisch, allein früh aufzustehen, allein Frühstück zu machen, allein zu essen, allein den Tag zu verleben. Vor allem komisch, wenn man über Jahre hinweg fast immer alles gemeinsam gemacht hat, gemeinsam gelebt hat. Ich habe total vergessen, wie es ist allein zu leben. Als das Studium anfing war ich in einer ähnlichen Situation, aber mit dem Unterschied, dass ich davor nicht an ein Leben mit einem geliebten Menschen gewöhnt war.
Nun ja, aber ich will hier auch kein Trübsal blasen. Bald fahre ich selbst nach Perugia, und zwar Mitte März. Bis dahin werde ich hier die Zeit genießen, einen einwöchigen Trip nach Manchester machen und ein einwöchiges Praktikum in physikalischer Chemie. Langweilig wirds also nicht werden.
Tübingen zeigt die letzten drei Tage ausgesprochen mildes und sonniges Wetter, was mir auch viel dabei hilft, die einsetzende Einsamkeit zu überwinden. Gestern habe ich das Wetter auch gleich genutzt und bin (das erste Mal seit Dezember) auf dem Neckar rudern gewesen. Nach 2,5 Kilometern hat es sogar gereicht, kurzärmlig zu rudern. Es lag eine unglaublich schöne Stimmung in der Luft: Am Ufer gingen viele Familien mit Kindern spazieren und die Sonne spiegelte sich überall im Wasser und machte ein ganz warmes Licht. Obwohl natürlich alle Bäume noch ganz kahl sind zwitscherten überall Vögel, als sei Mai und die Paarungszeit hätte längst begonnen. Dass der Dezember und die Tage jetzt so warm sind, zeigt sich aber auch darin, dass allenorten Frühblüher stehen. Der Frühling lässt sicher nicht mehr lange auf sich warten, wenn das so weiter geht. Zu hoffen bleibt nur, dass er nicht von einem plötzlichen Schneeeinbruch überrascht wird. Aber so warm wie die Sonne gerade scheint, kann ich mir das gar nicht vorstellen.
Heute habe ich erneut das gute Wetter genutzt, um etwas Zeit draußen zu verbringen. Nachdem ich 20 kg Bücher aus der vergangenen Klausurenphase zur UB gefahren hatte, bin ich zur Morgenstelle hochgeradelt und habe oben ein paar Erledigungen gemacht. Als ich mein Rad durch den botanischen Garten schob, sah ich auch an allen Ecken und Enden Frühblüher stehen und auch die grimmig dreinschauenden Gartenarbeiter machten den Eindruck, als bereiteten sie schon alles auf das große Blühen vor.
Wo ich doch heute so viel an der Luft war, kann ich mich nun endlich meinem Rechner widmen, der schon ganz vernachlässigt aussieht. :-)
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pikarl
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14:27
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Donnerstag, 15. Februar 2007
Galeria
Dies ist ein Eintrag aus dem Tagebuch unserer Korsika-Reise im Sommer 2006. Am besten fängst du hier an zu lesen, wenn du die anderen Einträge noch nicht kennst. :-)
Samstag, 9. September 2006
Nach einer ruhigen Nacht unter den Klippen der Calanche in Porto begeben wir uns früh zur Bushaltestelle. Dort erwartet uns bereits eine Menschentraube um am Ende warten wohl über 40 Leute auf dem Gehweg. Wir machen uns beim "Kampfeinsteigen" bereits Sorgen, gar keinen Platz mehr zu bekommen. Aber die sind unbegründet: Der Busfahrer in diesem Überland-Linienbus lässt alle einsteigen und schert sich wohl nicht darum, dass es auch in den Gängen enger und enger wird. Zum Glück können wir aber sogar noch in der letzten Reihe drei Plätze ergattern.
Wir fahren mit dem Bus weiter gen Norden, quer durch rote Calanche-Felsen. Die Straße kommt uns noch serpentinenreicher als die nach Porto vor. Zum Glück ist unser Busfahrer (der mindestens 65 ist) sehr besonnen und hupt ausgiebig vor jeder Kurve (wer zuerst hupt hat Vorfahrt!).
Unser Reiseführer ("Michael Müller") hat uns die kleine Stadt Galeria ans Herz gelegt, die ein "Mauerblümchen-Dasein" zwischen "den beiden Touristenmagneten Porto und Calvi fristet". Das klingt für uns natürlich interessant, damit wir den Touristenschwärmen der größeren Städte entkommen. Leider fährt unser Bus nicht direkt nach Galeria: Er lässt uns an einer Haltestelle heraus, den Namen eigentlich nicht verdient: An einer staubigen Straßenkreuzung irgendwo im Nichts. Mit uns steigt noch ein französisches Pärchen aus. Wir wandern sofort auf einer kaum befahrenen Straße los.
Nach 5 Kilometern haben wir das "Mauerblümchen" Galeria erreicht. Der Ort hat einen absolut dörfischen Charakter, wobei er architektonisch überhaupt gar keine Reize zeigt und auf den ersten Blick absolut tot wirkt. Wir finden einen baum- und damit schattenreichen Campingplatz und treffen dort die beiden Franzosen wieder, die ihr Zelt direkt neben unserem aufstellen. Später am grobkieseligen Strand treffen wir sie erneut und versuchen Skat zu erklären, was kein allzu leichtes Unterfangen ist, vor allem bedingt durch die Sprache. Unser französisch ist eigentlich zu schlecht (jetzt wo Fabi weg ist) aber leider ist das Englisch der Schulfranzosen (nach eigenen Angaben) kaum zu gebrauchen. Mit Händen und Füßen und einigem Kauderwelsch verstehen wir uns aber trotzdem.
Am Abend sitzen wir zusammen um unseren Kocher und essen gemeinsam zu Abend, später gesellt sich noch ein deutsches Paar zu uns. Die beiden kommen aus Schleswig-Holstein und sind hier mit ihrem 11 Monate altem Kind zelten.
Sonntag, 10. September 2006
Unsere Teekoch Versuche scheitern: Der Kocher gibt den Geist auf. Wahrscheinlich hat er das stark rußende Benzin der Tankstelle nicht vertragen. Für den Rest des Urlaubs müssen wir also kalt essen, was ja bei leckerem mediterranem Gemüse und Käse auch nicht sonderlich schwer fallen dürfte. Lediglich der Verlust des Frühstücks-Schwarztees schmerzt ein wenig.
Wir entscheiden, heute eine gepäcklose Tagestour im Umfeld von Galeria zu machen, um dann am nächsten Tag zum sagenumwobenen Fangotal zu laufen. Durch unsere vergeblichen Reparaturversuche des Kochers haben wir leider schon etwas Zeit verloren, so dass es uns für heute zu weit ist.
Wir laufen also los, um einen nahe gelegenen Aussichtspunkt zu erklimmen. Wie Porto ist auch Galeria von relativ steilen Hängen umgeben, wobei sie hier stärker bewachsen sind, so dass ihre Färbung nicht so stark auffällt. Wir stoßen bis zum Gipfelkreuz vor und genießen den Ausblick auf dunkelblaues Meer mit winzigen weißen Schaumkronen und einigen Spielzeug-Segelbooten (aus unserer Höhe sehen sie zumindest so aus). Unsere Mittagspause verläuft etwas unruhig, da ein Meer von Wespen unsere mitgeführte Honigmelone zum Fressen gern hat. Erst als wir uns der Reste entledigt haben, lassen sie endlich von uns ab.
Nach dem Abstieg verbringen wir den Nachmittag am Strand bei den höchsten Wellen die wir über den ganzen Urlaub sehen werden. Zwischendurch spielen wir Skat - das Spiel nimmt langsam einen immer wichtigeren Teil des Korsikaaufenthalts an.
Zum Abend gibt es das erste mal nichts Gekochtes - aber wir haben uns im Supermarkt eine kleine Olivenölflasche (250 ml) gekauft, die wir zu Salat am Stück verbrauchen. Der Abend klingt aus mit einem angeregten Gespräch über Musicals, Schul-Pflichtlektüren und was davon hängenbleibt.
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pikarl
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17:16
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