Samstag, 12. Mai 2007

Nordschwarzwald

Gestern wurde die Exkursionssaison eröffnet. Die erste Exkursion ging in den mittleren Schwarzwald. Obwohl es in Tübingen recht warm war, hatten wir dort mit eisigem Wind zu kämpfen. Mit Zeichenbrett und Hammer bewaffnet, machten wir uns auf eine Reise in den Buntsandstein.
Mittagspause. Auch wenn es hier schön aussieht: Es wehte ein eisiger Wind und die Sonne zeigte sich nur kurz.


Verbildlichung der Sedimentgeologie...

Mittwoch, 2. Mai 2007

Melange am Mittwoch

Das Tübinger Vorstadttheater im Lorettoviertel ist beheimatet in der ehemaligen Latrine der französischen Garnison, die hier bis 1990 beherbergt war. Nun wird hier vor allem Kinderprogramm gemacht, Puppenspieler und Geschichtenerzähler sind in dem langgestreckten Theaterraum mit der kleinen schwarzbevorhangten Kastenbühne am Werk.

Dort findet alle paar Monate die "Melange am Mittwoch" statt, eine Mischung aus klassischer und experimenteller Musik, Kabarett, Puppentheater, erzählten Geschichten undvorgetragenenen Gedichten. Die Vortragenden sind überwiegend Hobbykünstler und leben alle in Tübingen. Das erste Mal kamen wir im letzten Herbst in Kontakt mit dem Vorstadttheater, als das Akkordeonorchester an der Universität Tübingen sich zur Melange auf die schmale Bühne zwängte.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Heute war wieder Melange und da ich sowieso Isländisch im Lorettoviertel hatte, begab ich mich danach direkt ins Vorstadttheater. Nach einigen gesungenen Liedern von Schubert und Brahms (zwei Pianisten begleiten sich abwechselnd gegenseitig) und einem Ausschnitt aus einem neuen Puppentheater-Stück (die wie immer sehr amüsante Moderation der Macher der Melange GünterSopper und Ralf Mück sprachen lieber von Welturaufführung) begann endlich das Geschichten erzählen. Es wurde erotisch: Die Autorin Cornelia Lotter erzählte von ihren ersten BH-Erfahrungen als Teenager während ihrer Jugendweihe (wer weiß was das ist, weiß auch dass sie offensichtlich nicht aus Tübingen stammt...), danach gab der Geschichtenerzähler HansjörgOstermayer einen Auszug aus seinem aktuellen Programm Die Crux mit dem Sex zum besten, begleitet von aussagestarken Klavierpassagen. Ostermeyer war mal wieder in Hochform und ich brauchte wie immer eine Zeit, bis ich merkte, dass ich ihm mit offenem Mund lauschte. :-)

Die zweite Hälfte des Abends wurde turbulenter, denn während der 32. Folge der Stadtsherrifs gab die Haltelatte für den Vorhang unter den Figuren nach und diese mussten selbst helfen, sie wieder aufzuhängen. Der Vorfall machte das Stück deutlichspontanter, bei dem sich mit dem Führungsstil des grünen Oberbürgermeisters Boris Palmer auseinandergesetzt wurde.

Ein großes Erlebnis war das letzte Stück: Die drei bereits auf der Bühne gewesenenen Pianisten setzten sich nun zu dritt an das kleine Klavier und spielten drei Stücke für 6 Hände und 88 Tasten, wobei alleine das Zusehen ein großer Genuss war, da auf so engem Raum und bei virtuosen Musikern oft die Eine Hand über die des Nachbarn greifen muss. Ab und zu reicht auch das nicht und der rechte Musiker (der die hohe Lage spielt) muss kurz aufstehen, einmal um das Klavier herumlaufen (während die anderen weiterrutschen), um in der tiefen Lage weiterzuspielen - natürlich läuft während desDurchrutschens das Stück die ganze Zeit weiter. Das dritte der von dem Trio gespielten Stücke Doppelt und dreifach, Drunter und drüber und Drumherum entpuppt sich als Potporee einiger großer Werke europäischer Musikgeschichte, die ständig das Themalied der Melange am Mittwoch münden, das regelmäßig zum Vorschein kommt. Danach gibt es das traditionelle Abschiedssingen des Melange-Liedes mit allen Anwesenden:

Melange am Mittwoch, die ist nun zu ende
wenn's Ihnen gefalln hat dann rührn sie die Hände
und kommen's nächste Mal wieder vorbei.
Melange am Mittwoch die bringt so allerlei!
Juchee!

Freitag, 13. April 2007

Ohne Umwege in den Frühsommer

Ob es an der Klimaveränderung liegt oder nicht, der Sommer ist da und frühlingshaft sprießt die Flora.
Lassen wir die Bilder sprechen.

Donnerstag, 12. April 2007

Rückfahrt nach Tübingen

Wie schnell doch 3 1/2 Wochen vergehen können! Nachdem ich meinen Perugia-Aufenthalt bei meiner Kollegin der Italienredaktion noch um einen Tag verlängern konnte (ich hatte mir mein Abfahrtsdatum falsch gemerkt), ging es gestern mittag in strahlendem Sonnenschein zurück gen Tübingen. Alles begann mit dem Regionalzug von Perugia nach Florenz...

...in Florenz kam ich noch rechtzeitig an und entschied mich gegen meinen ursprünglichen Plan, in Restaurantbereich einen "Cappuccini orzo" zu trinken. Stattdessen kaufte ich mir die Süddeutsche Zeitung, setzte mich auf ein Gleis in die Sonne und knabberte beim Lesen leckere Barilla-Kekse.

Der supertolle Eurostar-Zug (das Pendant zum deutschen ICE) ließ dann aber leider noch 30 Minuten länger auf sich warten, was mich aufgrund des tollen Wetters nicht weiter störte - und weiter Zeitung las. Leider hatte sich die Verspätung in Mailand auf 65 Minuten vergrößert, was mich dann doch in die Bredullie brachte, immerhin sollte der Nachtzug nach Stutgart schon in etwa 7 Minuten fahren. Dummerweise war mein Platz zudem am Zugende, so dass ich den (Kopf-)Bahnhof Mailands runterhetzen musste, durch ein eilig wuselndes Italienervölkchen hindurch.

Zuletzt war es geschafft und ich konnte mich mit klopfenden Herzen in meinen reservierten (Sitz-)Platz fallen lassen. Der Zug war sehr viel voller als auf der Hinfahrt mitte März und auch mein Abteil füllte sich mit fünf laut schwätzenden Italienern, wobei meine Hoffnung, sie würden sicher noch innerhalb Italiens wieder aussteigen, sich nicht erfüllte. Auch nahmen sie keine Rücksicht auf den einsamen (nur flach) schlafenden deutschen Studenten.

Nachdem sie sich um 3 Uhr immer noch laut unterhielten (immerhin hatten sie das Licht im Abteil ausgemacht), stellte ich auf dem Weg zur Toilette fest, dass die meisten Abteile im Wagen (anders als bei der Abfahrt in Mailand) leer waren und ich hatte noch ein paar einigermaßen ruhige Stunden in einem eigenen Abteil. In Freiburg kam dann einer der Italiener in mein Abteil gestürmt, wohl weil er meinte, ich müsse vielleicht hier aussteigen. Immerhin haben sie sich dann doch noch um mich gesorgt...

Im Regionalexpress nach Tübingen durfte ich dann einen Sonnenaufgang über dem Neckartal beobachten, das noch von sanften Nebelschwaden verhangen war und das fast schon so in Blüte steht wie Umbrien.

Mittwoch, 7. März 2007

Manchester Impressions

Gestern nacht kehrte ich mit viel Glück mit dem letzten Zug vom Stuttgarter Flughafen zurück nach Tübingen. Nachdem unser Flug schon beim Start 40 Minuten Verspätung hatte, machte ich mir kaum noch Hoffnungen, nicht die Nacht auf dem Flughafen verbringen zu müssen. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich a) die Zeit beim Warten auf die Koffer in der Flughafenhalle dazu nutzen konnte, einen eigenens dafür aufgestellten Bahnautomat zum Ticketkauf zu benutzen und b) mein Koffer als dritter das Band verließ. So kam ich erschöpft aber froh um 1.45 Uhr in Tübingen an. Hier fand ich es dann auch gar nicht mehr schlimm, meinen Koffer noch 45 Minuten nach Hause ziehen zu müssen. Immerhin musste ich nicht auf dem Flughafen übernachten.

Hier kommen noch ein paar Impressionen aus Manchester.
Soweit ich mich erinnere was das der Royal Court (kann mich täuschen).


Dagegen ist die Neue Aula in Tübingen nichts: Hauptgebäude einer der drei Unis in Manchester. In diesem Gebäudekomplex ist auch ein unieigenes Museum untergebracht. Böse Zungen von den anderen Unis behaupten, man beziehe auch die eigenen Profs aus dem Museum...


Dies ist Victoria Bath, ein altes Schwimmbad aus dem 19. Jahrhundert, ganz in der Nähe der Wohnung meiner Gastgeber. Das Gebäude ist dreigeteilt, nach Klassen sortiert. Hier noch schwach erkennbar ist das Schild "Females" über dem Eingang. Der nächst größere Eingang ist dann für die zweite Klasse und der mittige prunkvolle hohe Eingang für die Aristokratie. Das Bad wird heute nicht mehr als solches genutzt, soll aber restauriert werden.



Das ist ein Bild, das sich einem in Manchester oft zeigt. Die Innenstadt ist voll von alten prunkvollen Bauten aus dem 17./18. Jahrhundert. Viele von ihnen sind Warenhäuser, die während der herausragenden Rolle Manchester während der industriellen Revolution entstanden. Die gut situierte Bürgerschicht feierte ihren Erfolg (gut dokumentiert ist das im Industrial Museum, wie viele Museen in England Eintritt frei!). Diese alten Bauten treffen aber auf die Gebäude der Boomtown Manchester von heute und sind ohne größere architektonische Harmonisierungs daneben gesetzt worden.


Zuletzt ein Blick nach China Town. Hier gibt es in jedem Block (ohne Witz) zumindest einen kleinen asiatischen Supermarkt. Die Straßen sind hübsch geschmückt und ab und zu stehen irgendwelche Pavillions rum. Sieht also fast aus wie in China. Gell Hannah, Dominik? :-)

Sonntag, 4. März 2007

Manchester Franchise

Nach 90 Minuten Flug landete ich am letzten Donnerstag in Manchester. Vorher hatte ich mich noch in absolutem geografischen wie demografischen Unwissen in der Wikipedia informiert: Im Norden Englands, etwa 3 Millionen Einwohner im Großraum, die Stadt ist im Kampf mit Birmingham um den zweiten Platz in England. Interessant. :-)

Da ich abends ankam, waren meine ersten Eindrücke der Stadt.. nicht wirklich düster. Wir machten uns auf Nahrungssuche auf in die Nachbarschaft meiner Gastgeber - und fanden an der "Currymeile" das Gesuchte: Es gab indischen Kebap. Die Straße war voll von bunter Straßenreklame vieler kleiner Geschäfte. Überhaupt ist das für mich eine Eigenheit englischer Geschäftsstraßen: Es gibt viel mehr sehr kleine Geschäfte, Pubs, Supermärkte mit sehr wenigen Quadratmetern, die oft das Straßenbild dominieren und eine einmalige individuelle Atmosphäre schaffen. Das heißt natürlich nicht, dass es die üblichen Ketten wie McDoof oder Subway nicht gibt - aber deren Dominanz in vielen Straßen ist meiner Ansicht nach geringer als in Deutschland.


Das andere Extrem englischer Einkaufskultur durfte ich gestern abend erleben: Wir bekamen kurz vor Mitternacht Hunger auf ein Abendbrot und machten uns mit dem Auto auf zu einem dieser überdimensionalen Supermärkte, die mit einem großen Schild "24 h" werben. Interessant war das Publikum um diese Uhrzeit. Ich hätte nur ein paar vereinzelte Studenten erwartet, die vergessen hatten etwas zu essen zu kaufen, aber die Altersstruktur der Einkaufenden war ziemlich homogen. Und vor allem war der Supermarkt (mit einer Myriade Regalen, mindestens auf fußballfeldgroßer Fläche) voll!

Die Kehrseite dieser 24 Stunden-Supermärkte offenbarte sich uns an der Kasse, da die Frau die uns an der Kasse bediente vom Alter her gut eine Mutter von mindestens zwei Kindern sein könnte, die den Job vielleicht nur macht, um ihre Familie durchzubringen, sie aber dabei total vernachlässigt.

Samstag, 3. März 2007

Abschiedsessen (pl.)

Nun endlich mit einiger Verspätung die Bilder von den Abschiedsessen unserer Auslandskorespondentin Christine im Gasthaus zum hungrigen Physiker und in der Rottenburger Creperie.